Wie gesund ist Milch?

Wie gesund ist Milch?

Eines der aktuell viel diskutierten Themen in (Fach-)Zeitschriften, im Internet und Fernsehen ist die Frage, ob Milch gesund ist und ob man sie ohne Bedenken trinken kann. Oder ist Milch sogar regelrecht ungesund für Erwachsene und Kinder? Hier soll geklärt werden, ob Milchprodukte zu (Un-)Recht verteufelt werden.

Wissenswertes über Milch und Calcium

Seit Jahrtausenden gehören Europäer zu dem Teil der Menschheit, der Kuhmilch als wichtigen Lieferanten von Nährstoffen verwerten kann. Früher war das ein großer Vorteil, da die Menschen schlechte Ernten überstehen konnten und jahreszeitlich unabhängig immer energiereiche Nahrung hatten. Menschen sind somit auch die einzige Gattung, die sich von Milch anderer Lebewesen ernähren kann. Milch gilt allgemeinhin als gesund aufgrund der wertvollen Inhaltsstoffe: wichtige Nährstoffe wie Calcium, hochwertige Proteine, Jod und vielfältige Fettsäuren sind enthalten.

Eine besondere Bedeutung für den Menschen hat der Mineralstoff Calcium, dieser zählt mengenmäßig betrachtet, zu den bedeutendsten Mineralstoffen im Organismus des Menschen. Calcium ist besonders wichtig für die Knochen und Gelenke im Körper. Es wird überwiegend in den Knochen und Zähnen gespeichert und verleiht dort Festigkeit und Stabilität. Ein Calciummangel kann zu einem Knochenabbau führen und somit zur Entstehung von Osteoporose (Knochenschwund) beitragen.

Der Tagesbedarf an Calcium für einen erwachsenen Menschen beträgt mindestens 1000 Milligramm. Zum Vergleich: Ein Glas Milch enthält etwa 300 Milligramm. Auch in fermentierten Milchprodukten, wie zum Beispiel Quark, Joghurt und Käse, ist Calcium enthalten.

Mythen über ungesunde Milch

Es gibt etliche Wissenschaftler, die Milch als ungesund ansehen. Studien haben gezeigt, dass Milch von vielen Menschen nicht vertragen wird, dies ist aber zumindest in Nordeuropa so nicht haltbar. Leute, die an einer Laktoseintoleranz leiden, können den Milchzucker in den Milchprodukten nicht verdauen, da ihnen das Enzym Laktase fehlt. Auf die Weltbevölkerung bezogen sind es allerdings mehrere, die das Enzym nicht haben. Der Milchkonsum kann dann zu Blähungen, Bauchkrämpfen, Durchfall und Übelkeit führen.

Eine weitere Gruppe, die Probleme damit hat genügend Calcium aufzunehmen, sind die Veganer. Aber auch hier gibt es Lösungen, auf den nötigen Calciumgehalt zu kommen und zwar durch frisches grünes Gemüse, Obst, Getreideprodukte und Mineralwasser mit einer hohen Menge an Calcium. Außerdem ist der Mineralstoff auch noch in angereicherten Fruchtsäften zu finden, sowie in Oliven, Nüssen, Trockenobst und Kräutern.

Als weiteres Argument wird aufgeführt, dass Milch breiter machen soll. Allerdings fehlen bisher entsprechende Studien, die zeigen, dass Milch Übergewicht und daraus resultierende Folgeerkrankungen wie Diabetes auslöst. Eine Lösung, um das Gewissen zu beruhigen wäre, eine fettreduzierte Milch zu kaufen, denn der Calciumgehalt bleibt gleich hoch.

Zusätzlich steht die Milchproduktion im Zusammenhang mit der schlechten Klimabilanz. Unumstritten ist, dass Kühe eine große Menge des Gases Methan ausstoßen. Zudem stehen die Bedingungen der Massentierhaltung unter großer Kritik. So werden die Tiere zu sogenannten Hochleistungskühen gemacht, damit die Bauern mehr Milch produzieren können. Außerdem werden Kühe oft im Stall gehalten, in welchem sie wenig Platz zur Verfügung haben.

Aber auch die meisten alternativen Produkte wirken sich nachteilig aus. So wird für Sojadrinks oft die gentechnisch veränderte Sojapflanze verwendet. Zudem sorgt der massive Anbau von Soja dafür, dass Waldflächen abgeholzt werden. Ein gutes Ersatzprodukt wäre beispielsweise ein Haferdrink.

Wenn Sie dennoch auf Kuhmilch nicht verzichten möchten, dann können Sie auf Bioprodukte zurückgreifen. Biomilch ist zumindest frei von zugesetzten Hormon- und Pestizidrückständen, da kein unnatürliches Zusatzfutter verwendet wird. Zudem besitzt Biomilch einen höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren, besonders der Anteil an Omega-3-Fettsäuren ist in Biomilch fast verdoppelt anzutreffen.

Letztendlich kommt es nicht unbedingt auf die Milch an, sondern auf die Menge. In Maßen ist Milch gesund. So schadet ein Glas Milch pro Tag dem Körper nicht.

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