Das Gerstenkorn – harmlos, aber unangenehm und schmerzhaft

Das Gerstenkorn – harmlos, aber unangenehm und schmerzhaft

Von den fünf klassischen Sinnen ist die visuelle Wahrnehmung für den Menschen am wichtigsten, denn ungefähr 80 Prozent aller Reize werden über das Auge aufgenommen und verarbeitet. Die Anatomie und die Funktionsweise des Sehapparats sind dementsprechend komplex und mit einer hochentwickelten Kamera vergleichbar. Wie diese ist das Auge allerdings auch sehr empfindlich und anfällig für Beeinträchtigungen wie Fehlsichtigkeiten und Krankheiten. Eine bekannte Krankheit, die zwar ungefährlich ist, dafür aber häufig schmerzhaft verläuft, ist das Gerstenkorn.

Wie entsteht ein Gerstenkorn?

Der medizinische Fachbegriff lautet Hordeolum. Hierbei handelt es sich um eine eitrige Entzündung, die an der Außen- und an der Innenseite des Augenlids auftreten kann. Sie bildet sich bei einer Infektion der Liddrüsen, die von Bakterien ausgelöst wird. In der Regel verhindern Augenlider und Wimpern, dass Schmutz und andere Fremdkörper ins Auge gelangen. Allerdings können sie beispielsweise durch ungewaschene Finger ins Auge geraten. Auch Kontaktlinsen sind potenzielle Keimträger, deswegen sollte beim Einsetzen immer auf ausreichende Hygiene geachtet werden. Hat sich das Lid infiziert, tritt nach ca. 2-3 Tagen die eitrige Entzündung auf. Bereits vorher macht sich das Gerstenkorn durch Juckreiz und Rötung der betroffenen Stelle bemerkbar. In seltenen Fällen kann ein leichtes Fieber oder das Anschwellen der Lymphknoten mit der Infektion einhergehen.

Befindet sich das Hordeolum an der äußeren Kante des Lids, ist es leicht durch einen Blick in den Spiegel zu entdecken. Sitzt es auf der Innenseite, muss das Lid vorsichtig umgedreht werden. Auf der Innenseite ist das Druckgefühl, das beim Gerstenkorn entsteht, auch größer als außen.

Normalerweise bildet sich die Schwellung im Verlaufe einer Woche zurück oder platzt auf, so dass der Eiter entweichen kann. Verschwindet das Gerstenkorn jedoch nicht von alleine, sollte ein Arzt aufgesucht werden, der die Schwellung öffnet, damit die Entzündung ausheilen kann. In jedem Fall sollte laut blickcheck.de darauf verzichtet werden, das Gerstenkorn selbst mit den Fingern auszudrücken oder es gar mit Hilfsmitteln aufstechen zu wollen. Da das Hordeolum ansteckend ist, besteht die Gefahr, auch das andere Auge zu infizieren. Ebenso kann sich die Infektion auf das ganze Auge ausweiten und im schlimmsten Fall zu einer Hirnhautentzündung führen. Wichtig ist es daher, hier auf Hygiene zu achten und die Hände zu waschen, wenn man das entzündete Lid berührt hat. Treten Gerstenkörner regelmäßig auf, ist ein Arztbesuch ebenfalls ratsam, da der Grund hierfür womöglich ein geschwächtes Immunsystem und eine Hordeola-Häufung ein Anzeichen von Diabetes mellitus sein kann.

Behandlung eines Gerstenkorns

Da das Gerstenkorn von selbst verheilt, bedarf es bei planmäßigem Verlauf im Prinzip keiner besonderen Behandlung. Dennoch ist es möglich, den Rückbildungsprozess des Gerstenkorns durch

  • trockene Wärme, z. B. in Form von Bestrahlung durch eine Rotlichtlampe,
  • antiseptische Augensalben und antibiotikahaltige Augentropfen, die vom Arzt verschrieben werden,
  • und Hygiene im Umgang mit dem Auge

zu beschleunigen. Anders sieht das hingegen mit feucht-warmen Umschlägen oder nassen Waschlappen aus. Diese sorgen eher dafür, dass sich die Krankheitserreger ausbreiten können.

Bild: ©istock.com/Tharakorn

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